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Bitcoin-Volatilität Auf Historischem Tief: Glassnode Sieht Langzeit-Halter Als Hauptgrund

Lindy Martens
9. September 2026 5 Min. Lesezeit

Die Bitcoin-Volatilität liegt derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau. Neue Glassnode-Daten zeigen nun: Es ist nicht die wachsende Marktkapitalisierung, die dafür verantwortlich wäre. Vielmehr scheint die Verteilung der BTC$77,447.00-Bestände der entscheidende Faktor zu sein.

Bitcoin-Volatilität Auf Historischem Tief: Glassnode Sieht Langzeit-Halter Als Hauptgrund

Laut Glassnode erklärt das Angebot langfristiger Bitcoin-Halter einen größeren Teil der realisierten Volatilität als Market Cap, Open Interest oder Handelsaktivität. Kurz gesagt: Das Verhalten der Langzeit-Investoren rückt stärker in den Fokus der Bitcoin-Analyse.Bitcoin-ETFs Drehen Ins Minus: 46,6 Millionen Dollar Fließen An Einem Tag Ab

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Inhaltsverzeichnis

Langzeit-Halter erklären rund 19 Prozent der Bitcoin-Volatilität

Glassnode hat 13 verschiedene Faktoren unter die Lupe genommen und sie mit der bereinigten einmonatigen realisierten Volatilität verglichen. Dabei landete das sogenannte Long-Term Holder Supply deutlich auf dem ersten Platz. Circa 19 Prozent der Schwankungen ließen sich statistisch mit diesem Faktor erklären.

Gefolgt wurde dieser Faktor vom illiquiden Bitcoin-Angebot mit ungefähr 12 Prozent. Danach kamen die sogenannte Liveliness-Metrik mit rund 11 Prozent sowie die absoluten Funding Rates.

Die Bitcoin-Marktkapitalisierung schnitt deutlich schwächer ab und erklärte nur rund drei Prozent der untersuchten Volatilitätsveränderungen.

Das widerspricht einer gängigen Begründung für die sinkende Bitcoin-Volatilität. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Bitcoin allein durch seine wachsende Größe weniger stark schwankt.

Glassnodes Daten deuten jedoch auf einen anderen Zusammenhang hin.

Warum Langfrist-Halter die Volatilität dämpfen können

Long-Term Holders sind Investoren, die ihre Bitcoins über längere Zeiten nicht bewegen. Wenn der Anteil dieser Coins steigt, schrumpft gleichzeitig das kurzfristig verfügbare Angebot am Markt.

Langfristige Anleger reagieren zudem oft weniger heftig auf kurzfristige Kursbewegungen. Sie verkaufen ihre Bitcoins nicht automatisch bei jeder Korrektur oder kleinen Rallye.

Dadurch gelangen weniger BTC auf den liquiden Markt. Käufer und Verkäufer bewegen sich damit weniger am gesamten Bitcoin-Angebot.

Genau dieser Effekt könnte eine wichtige Rolle dabei spielen, warum die Volatilität derzeit so niedrig ist.

Eine verbreitete Annahme lautet: Je größer die Marktkapitalisierung von Bitcoin, desto stabiler wird der Kurs. Die Idee dahinter ist simpel: Für starke Preisbewegungen braucht es mehr Kapital, je größer der Markt ist.

Die Glassnode-Analyse widerspricht dieser einfachen Logik nicht grundsätzlich. Sie zeigt aber auch, dass die Eigentümerstruktur aktuell stärker mit der realisierten Volatilität verknüpft ist als die reinen Kursbewegungen der Marktkapitalisierung.

Heißt: Nicht nur der Gesamtwert von Bitcoin zählt. Wichtiger könnte sein, wie viel Coin tatsächlich zum Verkauf bereitsteht.

Wenn ein großer Teil der BTC bei Langzeit-Haltern liegt, kann selbst rege Handelsaktivität nur einen begrenzten Teil des Angebots betreffen.

Damit rückt der Fokus der Anleger von der bloßen Marktkapitalisierung zu On-Chain-Daten.

Bitcoin-Volatilität bleibt historisch niedrig

Glassnode beschreibt die aktuelle Bitcoin-Volatilität als historisch niedrig. Die einmonatige, annualisierte realisierte Volatilität lag Anfang September bei etwa 47 Prozent. In kürzeren Fenstern waren die Werte teilweise noch niedriger.

Im historischen Vergleich wirkt das dennoch ungewöhnlich. Bitcoin war früher bekannt für deutlich stärkere Kursausschläge.

Eine geringe Volatilität heißt aber nicht automatisch: Der Kurs zieht dauerhaft in einer engen Schleife. Solche Phasen können sich über längere Zeit hinziehen, während sich die Volatilität auch rasch wieder erhöhen kann, sobald längerfristige Halter größere Mengen BTC bewegen.

Deshalb gewinnen On-Chain-Daten zunehmend an Bedeutung.

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Illiquides Bitcoin-Angebot spielt eine zentrale Rolle

Neben den Langzeit-Haltern zählt auch das illiquide Angebot. Glassnode stuft Coins als illiquide ein, wenn sie sich bei Marktteilnehmern befinden, die historisch nur geringe Anteile verkaufen. Dieser Faktor erklärt rund zwölf Prozent der untersuchten Volatilität.

Das passt zur Grundidee: Die tatsächliche Verfügbarkeit von Bitcoin ist womöglich wichtiger als die nominelle Marktgröße.

Open Interest, Funding Rates und Handelsvolumen bleiben zwar relevant, doch laut der aktuellen Untersuchung erklären sie weniger als die Struktur des Angebots.

Bemerkenswert ist, dass klassische Derivatekennzahlen nicht an erster Front stehen.

Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?

Aus der Analyse folgt kein klares bullisches oder bearishes Signal direkt fürs Kursziel.

Ein hoher Anteil langfristig gehaltener BTC kann Verkaufsdruck dämpfen. Gleichzeitig bedeutet niedrige Volatilität nicht automatisch steigende Kurse.

Wichtiger wird, wie sich das Long-Term-Holder-Angebot in den kommenden Wochen entwickelt.

Steigen die Long-Term-Holder-Verkäufe, könnte mehr Bitcoin auf den Markt kommen – und die aktuell niedrige Volatilität könnte sich wieder verstärken.

Bleibt das Angebot dagegen größtenteils unverändert in starken Händen, könnte Bitcoin weiter ruhig handeln.

Für Anleger lohnt es sich daher, neben ETF-Strömen und Derivaten auch das Verhalten der Langzeit-Halter im Blick zu behalten.

Glassnode verschiebt den Fokus auf den Markt

Die zentrale Erkenntnis der Glassnode-Analyse liegt weniger im aktuellen Kursverlauf als in der Ursache für die niedrige Volatilität.

Nicht allein die Marktkapitalisierung liefert die stärksten Erklärungen. Auch Open Interest und Handelsaktivität spielen eine Rolle – doch vor allem die Struktur des Bitcoin-Angebots.

Wenn sich der Zusammenhang bestätigt, rücken Long-Term-Holder-Supply und das illiquide Angebot künftig noch stärker ins Zentrum der Bewertung größerer Kursbewegungen.

Lindy Martens

Lindy Martens is a Crypto and iGaming writer with over 3 years experience covering digital assets, blockchain and the wider Web3 industry. Focuses on making complex topics and market trends…