Der Kampf um Krypto-Perpetual-Futures in den USA geht in die nächste Runde. Die CFTC, Aufsicht für Derivate, hat einen Antrag eingereicht, um die Klage der Chicago Mercantile Exchange gegen die Behörde abzuweisen. Im Fokus steht die Zulassung neuer Krypto-Perpetual-Produkte für Konkurrenten wie Kalshi.

Nach Ansicht der CFTC lässt sich kein ausreichender Wettbewerbsschaden durch CME nachweisen. Das Unternehmen könnte ähnliche Produkte auch selbst ins Angebot nehmen, statt eine Konkurrenz durch andere Gerichte zu blockieren.
Es geht damit um eine Grundsatzdebatte darüber, wie Innovation im US-Derivatemarkt vorangetrieben werden soll.
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Inhaltsverzeichnis
CFTC will CME-Klage gegen Krypto-Perpetuals abschmettern
CME hatte die CFTC im Juni verklagt. Hintergrund war die Entscheidung der Behörde, Kalshis Bitcoin-Perpetual-Kontrakt als Futures-Produkt zuzulassen.
CME argumentiert, solche Kontrakte müssten rechtlich als Swaps gelten. Perpetual Futures haben kein festes Enddatum und können theoretisch unbefristet laufen.
Die CFTC sieht das anders und bittet das Gericht um Abweisung. Im Antrag heißt es, CME habe keinen rechtlichen Grund für einen vermuteten Wettbewerbsnachteil vorgetragen.
Der Kernpunkt: CME ist selbst eine regulierte Derivatebörse. Damit könnte das Unternehmen theoretisch auch Krypto-Perpetual-Futures listen, wenn solche Produkte angeboten werden sollen.
CFTC: CME richtet den eigenen Wettbewerbsschaden an
Genau diese Perspektive macht den Fall besonders spannend für den Kryptomarkt. Die Behörde scheint zu glauben, dass potenzieller Nachteil bei CME oft selbst verursacht ist.
Wenn Konkurrenten neue Produkte schneller auf den Markt bringen, bedeutet das laut CFTC nicht automatisch einen klagbaren Schaden. CME könne darauf reagieren und mit eigenen Angeboten dagegenhalten.
So sendet die Behörde ein deutliches Signal an traditionell verankerte Finanzakteure: Wer Marktführerschaft sicherstellen will, sollte Innovationen nicht über Gerichte blockieren, wenn auch eigene Produkte möglich sind.
Für etabliertes Finanzwesen könnte das unbequem werden. Neue Plattformen drängen schneller in Märkte, die lange Zeit stark konzentriert waren.
Kalshi setzt CME im Krypto-Derivatemarkt unter Druck
Kalshi spielt in diesem Konflikt eine zentrale Rolle. Die CFTC hat Ende Mai einen Bitcoin-Perpetual-Kontrakt der Plattform genehmigt. Gleichzeitig öffnete die Entscheidung die Tür für ähnliche Produkte bei anderen regulierten US-Börsen.
Für den US-Kryptomarkt ist das ein wichtiger Schritt. Perpetual Futures gehören global zu den meistgenutzten Krypto-Derivaten, in den USA gab es dazu lange Hörner, die Regulierung im Weg lagen.
Traditionelle Börsen bekommen dadurch neue Konkurrenz. Plattformen wie Kalshi können Produkte anbieten, die vor allem aktive Krypto-Trader ansprechen.
CME versucht nun, die regulatorische Basis dieser Entwicklung vor Gericht anzugreifen. Die CFTC will dagegen erreichen, dass die Klage aus formalen Gründen scheitert.
Was der Streit für den US-Kryptomarkt bedeutet
Der Ausgang könnte weiter reichen als nur zwischen CME und Kalshi. Gelingt der CFTC der Durchbruch, könnte der Wettbewerb bei regulierten Krypto-Perpetuals deutlich zunehmen.
Weitere Börsen könnten eigene Produkte auflegen. Gleichzeitig würden klassische Finanzhäuser stärker unter Druck geraten, ihr Krypto-Angebot auszubauen.
Für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt zählt vor allem der Zugang. Mehr regulierte Derivate könnten professionellen Händlern neue Möglichkeiten geben.
Noch ist der Rechtsstreit nicht beendet. Doch die Botschaft der CFTC ist klar: Wettbewerb allein genügt nicht, um neue Produkte der Konkurrenz zu stoppen.
Dieser Fall steht für einen größeren Wandel an der Wall Street. Wer bei Krypto-Derivaten nicht mitzieht, riskiert, Marktanteile an schnellere Mitbewerber zu verlieren.
