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Trump-Krypto-Firma verdient an chinesischer KI: World Liberty gerät wegen WorldClaw unter Druck

Lindy Martens
18. August 2026 4 Min. Lesezeit

World Liberty Financial kooperiert mit der Hongkonger KI-Plattform WorldClaw. Spannend: Fast die Hälfte der dort angebotenen Modelle kommt von chinesischen Anbietern, die von der US-Regierung als Sicherheitsrisiko eingestuft oder eingeschränkt werden.

Trump-Krypto-Firma verdient an chinesischer KI: World Liberty gerät wegen WorldClaw unter Druck

World Liberty Financial, eine Kryptafirma mit engen Verbindungen zur Trump-Familie, gerät wegen der ungewöhnlichen Partnerschaft mit WorldClaw in die Kritik. Reuters-Recherchen zeigen: WorldClaw bietet insgesamt 90 KI-Modelle an, davon 43 von chinesischen Unternehmen wie Alibaba, Baidu, Z.ai, DeepSeek und Moonshot.

Die Verbindung sorgt politisch für Wirbel. Die Trump-Administration geht China-technologie gegenüber oft hart vor und begründet das mit Risiken für Sicherheit und geistiges Eigentum. Über WorldClaw lässt sich zudem auf chinesische KI-Modelle zugreifen und mit dem Stablecoin USD1$0.9989 bezahlen.

Inhaltsverzeichnis

WorldClaw bietet Modelle aus China und den USA

Seit diesem Jahr am Markt, versteht sich WorldClaw als zentrale Anlaufstelle, über die Nutzer viele KI-Modelle nutzen können. Neben chinesischen Angeboten finden sich dort auch Modelle von OpenAI und Anthropic.

Laut Reuters entfallen 43 der 90 Modelle auf chinesische Entwickler. Dazu gehören Alibaba und Baidu, die vom US-Verteidigungsministerium teils als militärisch verbunden eingestuft werden. Z.ai, früher Zhipu AI, steht außerdem auf der Entity List des US-Handelsministeriums, was den Zugriff auf bestimmte US-Technologien stark einschränkt.

Zusammen dabei sind auch DeepSeek und Moonshot. Trump-gesteuerte Kritiker werfen diesen Firmen vor, geistiges Eigentum amerikanischer KI-Unternehmen genutzt zu haben; die chinesischen Firmen streiten das ab oder verweisen auf unterschiedliche Einstufungen.

Bezahlung läuft über USD1

Der Draht zur Krypto-Szene ergibt sich vor allem über die Zahlungsmöglichkeit USD1, den Stablecoin von World Liberty Financial.

Für die Trump-Familie hat das wirtschaftliche Bedeutung. Reuters zufolge hält sie rund 38 Prozent von World Liberty Financial und profitiert damit vom Erfolg des Kryptounternehmens. USD1 ist am US-Dollar gebunden und durch Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen gedeckt. Die Erträge daraus fließen in das Geschäftsmodell.

Wie viel Geld genau durch die Kooperation an World Liberty oder die Trump-Familie geht, lässt sich derzeit nicht beziffern. Reuters konnte keine konkreten finanziellen Abmachungen ermitteln.

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Gibt es daneben weitere Verflechtungen? Ja. Ryan Fang, der bei World Liberty für Wachstum zuständig ist, arbeitete laut WorldClaw als externer Berater. Und Donald Trump Jr. sowie Eric Trump haben WorldClaw öffentlich beworben.

Experten sehen Widerspruch zur China-Politik

Genau hier kommt Kritik ins Spiel. Sieben von Reuters befragte Experten aus Tech, Handel und Ethik sehen einen klaren Widerspruch zur harten China-Politik der Trump-Regierung.

Sam Bresnick vom Center for Security and Emerging Technology an der Georgetown University nannte das heuchlerisch: Washington will Chinas KI-Aufstieg eindämmen, zugleich wird über WorldClaw Zugang zu solchen Technologien ermöglicht – das schürt Konfliktpotenzial.

Entschieden illegal ist die Kooperation nach jetzigem Stand nicht. Chinesische KI-Modelle dürfen in den USA grundsätzlich genutzt werden. Große US-Unternehmen greifen zudem ohnehin auf chinesische Modelle zurück, weil sie oft günstiger sind.

Wichtiger als rechtliche Fragen ist, ob die Geschäftsbeziehung politisch und ethisch mit der China-Strategie der Trump-Regierung zusammenpasst.

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Weiße Haus sieht keinen Interessenkonflikt

Das Weiße Haus weist die Vorwürfe zurück. Sprecherin Anna Kelly sagte, es gebe keinen Konflikt und Trump handele im Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit.

Auch World Liberty betont die Unabhängigkeit von WorldClaw. Dass Modelle unterschiedlicher Anbieter auf einer Plattform gebündelt würden, sei heute gängige Praxis.

WorldClaw argumentiert ähnlich: Die Plattform helfe US-KI-Unternehmen, international Nutzer zu erreichen. Nur weil ein Modell dort angeboten wird, bedeute das nicht automatisch eine Unterstützung des jeweiligen Anbieters.

Technische Fragen bleiben ebenfalls: Experten warnen, dass chinesische KI-Modelle auf einer zentralen Plattform zusätzliche Risiken für sensible Daten bergen könnten.

Chinesische KI bringt zusätzliche Sicherheitsrisiken

Daniel Remler vom Center for a New American Security verweist auf Möglichkeiten von Überwachung, Zensur oder Manipulation von KI-Systemen – besonders bei autonomen AI Agents, die eigenständig Aufgaben erledigen.

WorldClaw schreibt auf der Website, dass Nutzereingaben unter Umständen an die Betreiber der Modelle weitergegeben werden können. Gleichzeitig betonen sie Datenschutz und Schutzmaßnahmen.

Für World Liberty dürfte die Kooperation attraktiv bleiben. WorldClaw könnte neue Anwendungsfälle für USD1 schaffen und die Nutzung des Stablecoins außerhalb klassischer Krypto-Szenarien erhöhen.

So entsteht eine bemerkenswerte Konstellation: Während Washington den technologischen Wettbewerb mit China verschärft, ergibt sich über ein Trump-nahes Kryptounternehmen eine geschäftliche Verbindung zu einer Plattform, die chinesische KI-Modelle vertreibt.

Ob daraus politische Folgen entstehen, bleibt abzuwarten. Die Verbindung zeigt aber klar, wie eng Krypto, KI und geopolitische Rivalität zwischen den USA und China inzwischen zusammenhängen.

Lindy Martens

Lindy Martens is a Crypto and iGaming writer with over 3 years experience covering digital assets, blockchain and the wider Web3 industry. Focuses on making complex topics and market trends…