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Bitpanda muss 70.000 Euro Strafe zahlen – wegen dieser MiCA-Verstöße greift Österreich durch

Lindy Martens
17. August 2026 4 Min. Lesezeit

Die österreichische Finanzmarktaufsicht hat gegen den Krypto-Broker Bitpanda eine Geldstrafe von 70.000 Euro verhängt.

Bitpanda muss 70.000 Euro Strafe zahlen – wegen dieser MiCA-Verstöße greift Österreich durch

Der Vorwurf: Das Unternehmen aus Wien hat in mehreren Punkten gegen Vorgaben der europäischen Krypto-Verordnung MiCA verstoßen. Für Bitpanda ist der Fall dennoch deutlich weniger dramatisch, als die Strafzahlung zunächst vermuten lässt.

Die FMA veröffentlichte die Entscheidung am 14. August. Insgesamt stellte die österreichische Aufsichtsbehörde vier Verstöße gegen die Markets in Crypto-Assets Regulation fest. Im Zentrum des Verfahrens steht ein Krypto-Whitepaper, das Bitpanda nicht fristgerecht bei der FMA eingereicht haben soll.

Inhaltsverzeichnis

Bitpanda verpasst wichtige MiCA-Frist

Nach den MiCA-Vorgaben müssen bestimmte Whitepaper den zuständigen Aufsichtsbehörden mindestens 20 Arbeitstage vor ihrer Veröffentlichung vorgelegt werden. Damit soll die Finanzaufsicht ausreichend Zeit erhalten, die vorgeschriebenen Informationen zu prüfen und mögliche Verstöße gegen die europäischen Regeln zu erkennen.

Nach Angaben der FMA hielt Bitpanda diese Frist im betreffenden Fall nicht ein. Welches konkrete Whitepaper Gegenstand des Verfahrens war, geht aus der Veröffentlichung der Behörde nicht hervor.

Damit war der Fall allerdings noch nicht abgeschlossen. Bitpanda verschickte anschließend eine Marketingmitteilung, obwohl das entsprechende Whitepaper zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht worden war.

Auch dabei sah die FMA Verstöße gegen die MiCA-Vorgaben. In der Marketingmitteilung fehlte laut Behörde unter anderem der notwendige Hinweis darauf, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine entsprechende Prüfung durch die Aufsicht stattgefunden hatte.

Auch die Marketingmitteilung war fehlerhaft

Darüber hinaus beanstandete die österreichische Finanzaufsicht die fehlenden Kontaktmöglichkeiten. In der betreffenden Marketingmitteilung seien die vorgeschriebenen Angaben für eine Kontaktaufnahme per E-Mail und Telefon nicht enthalten gewesen.

Aus Sicht der FMA handelt es sich damit um insgesamt vier Verstöße gegen die europäischen Vorgaben. Die Behörde verhängte deshalb eine Geldstrafe von 70.000 Euro gegen Bitpanda.

Für den Wiener Krypto-Anbieter kommt die Sanktion zu einem Zeitpunkt, an dem die MiCA-Regulierung in Europa zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Die Verordnung soll einen einheitlichen Rechtsrahmen für Anbieter von Kryptowert-Dienstleistungen schaffen und gleichzeitig den Schutz von Anlegern verbessern.

Für Krypto-Unternehmen bedeutet MiCA allerdings auch deutlich strengere Anforderungen an Kommunikation, Dokumentation und den Umgang mit regulatorischen Vorgaben. Der Fall Bitpanda zeigt, dass dabei nicht nur schwerwiegende operative Probleme, sondern auch formale und zeitliche Fehler Konsequenzen haben können.

Bitpanda sieht keine Gefahr für Kundengelder

Bitpanda selbst reagierte vergleichsweise gelassen auf die Entscheidung. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber BTCECHO, man nehme die Veröffentlichung der FMA zur Kenntnis. Bei den von der Behörde beanstandeten Punkten habe es sich ausschließlich um Termin- und Formvorgaben aus dem Jahr 2025 gehandelt.

Das Verfahren sei inzwischen abgeschlossen und die entsprechenden Mängel seien behoben worden. Besonders wichtig für Kunden: Nach Angaben des Unternehmens waren weder Kundengelder noch die Sicherheit der Plattform betroffen. Auch die Integrität des Bitpanda-Ökosystems sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen.

Bitpanda betont zudem, dass seinen Kunden durch die beanstandeten Vorgänge kein finanzieller Schaden entstanden sei. Damit handelt es sich nach Darstellung des Unternehmens nicht um einen Fall, bei dem Kundengelder verloren gingen oder die Sicherheit der Handelsplattform gefährdet wurde.

Bitpanda seit 2025 unter MiCA-Aufsicht

Die regulatorische Bedeutung des Falls ist dennoch nicht zu unterschätzen. Die FMA erteilte Bitpanda im April 2025 eine MiCA-Lizenz und übernahm damit die offizielle Aufsicht über den österreichischen Krypto-Anbieter.

Bitpanda gehört mit rund sieben Millionen Kunden zu den größten Krypto-Dienstleistern Europas. Entsprechend genau dürfte der Markt beobachten, wie die Plattform mit den neuen europäischen Anforderungen umgeht.

Die 70.000-Euro-Strafe dürfte für einen Anbieter dieser Größenordnung finanziell überschaubar sein. Interessanter ist daher die Signalwirkung der Entscheidung: Die österreichische Finanzaufsicht macht deutlich, dass MiCA nicht nur ein neues Regelwerk auf dem Papier ist. Auch Fristen, Whitepaper und Marketingvorgaben werden kontrolliert – und Verstöße können unmittelbar sanktioniert werden.

Für Anleger ergibt sich aus dem Fall vor allem ein wichtiger Unterschied: Die FMA hat zwar regulatorische Mängel bei Bitpanda festgestellt, zugleich gibt es nach den vorliegenden Angaben keinen Hinweis darauf, dass Kundengelder gefährdet waren. Die Strafe betrifft vielmehr die Einhaltung von MiCA-Vorgaben bei Dokumenten und Kommunikation.

Lindy Martens

Lindy Martens is a Crypto and iGaming writer with over 3 years experience covering digital assets, blockchain and the wider Web3 industry. Focuses on making complex topics and market trends…