Jahrelang schirmte Großbritannien Privatanleger von Prediction Markets ab. Jetzt scheint sich eine unerwartete Wende anzubahnen: Die FCA prüft offenbar, ob man die bestehenden Beschränkungen lockern könnte.

Dann könnten Plattformen wie Polymarket und Kalshi ordentlich profitieren.
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FCA prüft Lockerung: Kehrt der Zugang zu Prediction Markets nach Großbritannien zurück?
Britische Anleger könnten demnächst wieder Zugang zu Märkten bekommen, auf denen man auf den Ausgang von Ereignissen wetten kann. Im Fokus stehen dabei unter anderem Polymarket und Kalshi, zwei der bekanntesten Namen in diesem Segment. Wer dort handelt, setzt auf politische Entscheidungen, Sportereignisse, Wirtschaftskennzahlen und Co.
Der britische Markt war bislang weitgehend zu. Seit 2019 gab es dort ein Verbot für den Vertrieb binärer Optionen an Privatanleger – begründet mit hohen Verbraucher-Risiken und der Sorge, dass Leute nicht verstehen, wie diese Produkte funktionieren oder welche Verluste möglich sind. Je nach Ausgestaltung fallen Prediction Markets eher in diese Kategorie, und der direkte Zugang zu solchen Finanzprodukten war seit langem eingeschränkt.
Nun prüft die FCA offenbar erneut ihre Position. Die Times berichtet, dass man im Austausch mit Marktteilnehmern und Anbietern von Prediction Markets steckt. Eine endgültige Entscheidung gibt es allerdings noch nicht.
Boom in den USA: Wie Polymarket und Kalshi zu Multi-Milliarden-Playern wurden
Gleichzeitig boomt das Geschäft global. Vor allem in den USA steigt das Interesse rasant. Nutzer wetten dort auf Wahrscheinlichkeiten bestimmter Ereignisse und bauen so Positionen auf Zukunftsentwicklungen.
Berichte von Bernstein Research, die die Times zitiert, legen nahe: Das Handelsvolumen in den USA könnte 2026 bei rund 240 Milliarden Dollar liegen, nach etwa 51 Milliarden im Vorjahr. Bis 2030 könnte die Marke von einer Billion erreicht sein. Und auch die Bewertungen der Top-Anbieter klettern – Kalshi und Polymarket werden inzwischen mit über 20 Milliarden Dollar bewertet.
Aus britischer Sicht macht das die Sache nicht leichter. Ein Verbot schützt Verbraucher zwar vor bestimmten Risiken, doch viele Nutzer suchen sich ohnehin Ausweichrouten ins Ausland – oft mit VPNs, um den tatsächlichen Standort zu verschleiern.
Befürworter einer Öffnung argumentieren, dass Regulierung helfen könnte: Kontrollen, klarere Kundenschutzregeln und Transparenz könnten gestellt werden, statt die Nutzer ganz zu verpassen.
Wird Großbritannien also doch noch attraktiv für die Großen der Branche? Polymarket hat sich stark im Krypto-Bereich positioniert und ermöglicht Wetten auf die Wahrscheinlichkeiten verschiedenster Ereignisse. Kalshi verfolgt einen eher finanzmarkt-typischen Ansatz und ist in den USA reguliert aktiv.
Beide Unternehmen stehen global vor regulatorischen Hürden. Die Frage bleibt: Sind Prediction Markets Finanzprodukte, Derivate oder doch eher eine Form von Glücksspiel?
Verbraucherschutz vs. Innovation: Vor welcher Grundsatzentscheidung die FCA steht
In Großbritannien könnte die Beurteilung der FCA besonders kompliziert ausfallen. Öffnet man die Tore für finanznahe Prediction Markets, heißt das nicht automatisch: Alle Angebote sind legal. Für politische Wetten oder andere Event-Wetten könnten zusätzliche Genehmigungen der britischen Glücksspielaufsicht nötig sein.
Die FCA vor einer Grundsatzentscheidung: Innovation versus Verbraucherschutz. Ist ein pauschales Verbot wirklich der beste Schutz, oder wäre ein regulierter Zugang sinnvoller?
Noch ist nichts entschieden. Sollte die Haltung der Briten sich tatsächlich ändern, könnten Polymarket, Kalshi und der gesamte Prediction-Market-Sektor davon kräftig profitieren.
Und so könnte Großbritannien ausgerechnet zu einem der nächsten großen europäischen Wachstumsmärkte für Prediction Markets werden – nach Jahren der Einschränkungen.
