Für deutsche Online-Casino-Anbieter könnte der 17. September 2026 zu einem entscheidenden Datum werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt an diesem Tag einen Fall, der weitreichende Folgen für Spieler und Betreiber haben könnte. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Online-Casinos Spielern ihre Verluste zurückzahlen müssen, wenn sie zum Zeitpunkt des Spiels keine deutsche Glücksspielerlaubnis besaßen.

Das Verfahren mit dem Aktenzeichen I ZR 216/25 gilt als besonders wichtig, weil es nicht nur um einen einzelnen Spieler geht. Die Entscheidung des BGH könnte Orientierung für zahlreiche weitere Verfahren schaffen, in denen deutsche Spieler die Rückzahlung ihrer Verluste von nicht in Deutschland lizenzierten Online-Casinos verlangen.
Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler fordert mehr als 10.000 Euro vom Online-Casino zurück
Ausgangspunkt war eine Verlustrunde des Spielers zwischen dem 25. Dezember 2020 und dem 3. September 2022: 10.092 Euro gingen dabei verloren.
Der Betreiber hatte eine Glücksspiellizenz aus Malta. Eine deutsche Erlaubnis für das Angebot von Online-Casinospielen lag dem Unternehmen jedoch nicht vor.
Der Spieler argumentierte, dass die abgeschlossenen Glücksspielverträge unwirksam seien. Er verlangte, dass der Anbieter die Verluste aus dem Zeitraum plus Zinsen erstattet.
Sowohl das Erstgericht als auch das Berufungsgericht gaben dem Spieler Recht. Der Fall liegt jetzt beim Bundesgerichtshof.
| Was steht fest? | Details |
|---|---|
| BGH-Verfahren | I ZR 216/25 |
| Verhandlung | 17. September 2026, 10:00 Uhr |
| Streitwert | 10.092 € |
| Spielzeitraum | 25. Dezember 2020 – 3. September 2022 |
| Anbieter | Online-Glücksspielanbieter mit Sitz in Malta |
| Maltesische Lizenz | Ja |
| Deutsche Erlaubnis | Zum relevanten Zeitraum nicht vorhanden |
| Vorinstanzen | LG Heilbronn und OLG Stuttgart zugunsten des Spielers |
| Kernfrage | Müssen Verluste aus unerlaubtem Online-Glücksspiel zurückgezahlt werden? |
| Mögliche Bedeutung | Orientierung für zahlreiche vergleichbare Verfahren |
Warum eine Malta-Lizenz in Deutschland nicht automatisch ausreicht
Genau an diesem Punkt liegt der Kern des Rechtsstreits.
Ein in Malta legal lizenziertes Online-Casino darf nicht automatisch die Erlaubnis haben, deutsche Kunden zu bedienen. Für den deutschen Markt gelten eigene Regeln.
In den letzten Jahren hat der Glücksspielstaatsvertrag 2021 den Rahmen für Online-Casinospiele neu gesetzt: Legales Online-Glücksspiel wurde geschaffen, doch dafür brauchten die Anbieter eine deutsche Genehmigung.
Mehr dazu: Deutscher Glücksspielmarkt vor Kurswechsel? GGL-Studie stellt Spielerschutz auf den Prüfstand
Könnten Spieler ihre Casino-Verluste zurückfordern?
Diese Frage wird am 17. September besonders aufmerksam geprüft.
Wenn der BGH die bisherigen Entscheidungen bestätigt, stärkt das die Position deutscher Spieler in ähnlichen Verfahren deutlich. Betroffene könnten sich auf eine höchstrichterliche Klärung berufen, wenn sie zwischenzeitlich bei Anbietern ohne deutsche Lizenz verloren haben.
Es geht nicht nur um einzelne Beträge von Tausenden Euro. In Deutschland laufen seit Jahren zahlreiche Verfahren gegen Online-G Glücksspielanbieter, in denen Spieler die Rückzahlung ihrer Verluste fordern.
Der BGH behandelt den Fall deshalb als Leitentscheidung. Eine solche Entscheidung könnte für viele vergleichbare Rechtsstreitigkeiten maßgeblich sein.
Was bedeutet das für Online-Casino-Anbieter?
Für Betreiber könnte ein kärfteres Urteil zugunsten der Spieler finanzielle und rechtliche Folgen haben.
Vor allem Anbieter, die deutsche Kunden ohne die notwendige deutsche Erlaubnis bedient haben, könnten mit weiteren Rückforderungen rechnen.
Gleichzeitig dürfte das BGH-Urteil auch klären, wie Gerichte künftig mit Fällen umgehen, in denen eine ausländische Lizenz bestand, aber keine deutsche Zulassung vorlag.
Mehr erfahren: OASIS 7.6 kommt: Das ändert sich für deutsche Glücksspielanbieter im Sommer 2026
Für die regulierte Glücksspielbranche wäre eine klare Linie wichtig. Sie würde deutlich machen, wie legal lizenziertes Online-Glücksspiel in Deutschland von Angeboten ohne deutsche Erlaubnis zu unterscheiden ist.
BGH-Entscheidung am 17. September könnte Signalwirkung haben
Der Streitwert von 10.092 Euro wirkt überschaubar, doch die Tragweite des Verfahrens geht darüber hinaus. Sollte der BGH bestätigen, dass Spieler Verluste aus unerlaubtem Online-Glücksspiel zurückfordern können, könnte eine neue Welle von Forderungen entstehen.
Vor allem für deutsche Online-Casino-Spieler geht es um diese Frage: Was passiert mit bereits verlorenen Einsätzen, wenn das Casino damals keine deutsche Lizenz hatte?
Die Antwort könnte der Bundesgerichtshof am 17. September 2026 liefern. Bis dahin bleibt offen, ob der Fall zu einem entscheidenden Wendepunkt für den deutschen Online-Casino-Markt wird – oder ob der BGH die bisherigen Urteile erneut grundlegend korrigiert.
