Der deutsche Sperrsystem-OASIS macht den nächsten technischen Sprung. Das Regierungspräsidium Darmstadt, zuständig für die bundesweite Sperrdatei, hat die Dokumentation zu OASIS Release 7.6 freigegeben. Die neue Version soll im Sommer 2026 produktiv gehen. Für Glücksspielanbieter heißt das vor allem: Die Anbindung an das zentrale Sperrsystem muss auf die neue Release-Version vorbereitet werden.

Es geht hier nicht um eine neue Gesetzesregelung oder eine neue Glücksspielbehörde. OASIS ist das landesweite Spielersperrsystem, und die dauerhafte Verantwortung liegt beim Regierungspräsidium Darmstadt. Der Anschluss ans System ist für die betroffenen Anbieter Pflicht.
OASIS 7.6 soll im Sommer einsatzbereit sein
Auf der Technikseite des Regierungspräsidiums ist derzeit noch Release 7.4 als produktive Version angegeben. Gleichzeitig gibt es aber schon die Dokumentation für Release 7.6 und die Ankündigung, dass es im Sommer 2026 in den Echtbetrieb gehen soll. Auch für OASIS WEB, die browserbasierte Abfrageoberfläche, liegt eine Anleitung für Version 7.6 vor.
Für Betreiber ist das vor allem eine technische Nachricht. OASIS wird genutzt, um vor einer Glücksspielteilnahme zu prüfen, ob eine Person bundesweit gesperrt ist. Diese Prüfung ist sowohl im stationären als auch im Online-Glücksspiel vorgeschrieben.
Milliarden Abfragen machen deutlich, wie wichtig das System ist
Die Bedeutung von OASIS zeigt sich in den aktuellen Zahlen des Regierungspräsidiums Darmstadt. Allein 2025 gab es über 5,2 Milliarden Abfragen. Das sind rund 432 Millionen pro Monat im Durchschnitt.
Ende 2025 waren außerdem rund 367.000 aktive Spielersperren in der bundesweiten Datei verzeichnet. Dazu rund 9.000 Veranstalter mit ca. 41.000 Betriebsstätten, die an OASIS angeschlossen sind. Damit gehört das System zu den wichtigsten technischen Kontrollmechanismen im regulierten deutschen Glücksspielmarkt.
Auch Online-Anbieter müssen das berücksichtigen. Neben Spielhallen, Spielbanken und Wettvermittlungsstellen ist auch legales Online-Glücksspiel an OASIS angebunden. Gesperrte Spieler können nicht einfach zu einem anderen lizenzierten Anbieter wechseln, denn die Sperre wirkt grenzüberschreitend innerhalb des Systems.
Was sich für Anbieter mit Release 7.6 ändert
Das neue Release bedeutet keine komplette Neustrukturierung des OASIS-Systems. Nach Angaben des Regierungspräsidiums bleiben die XSD-Dateien von Release 7.4 auch für 7.6 gültig. Das deutet darauf hin, dass zumindest diese Schnittstelle nicht komplett neu migriert werden muss.
Technisch steht OASIS in zwei Varianten bereit: über OASIS WEB lassen sich manuelle Abfragen durchführen, und für automatisierte Prozesse gibt es den OASIS Webservice, der direkt in die Systeme der Anbieter integriert werden kann.
Für größere Online-Plattformen ist es deshalb entscheidend, die eigene IT-Infrastruktur rechtzeitig kompatibel zu machen. Auch externe IT-Dienstleister, die OASIS-Anbindungen für Betreiber bereitstellen, müssen die Änderungen berücksichtigen.
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Keine neue Sperrregel für Spieler
Für Spieler selbst bedeutet die Veröffentlichung von OASIS 7.6 zunächst keine neue Sperrregel. Die grundlegenden Funktionen bleiben unverändert.
Wer sich vom Glücksspiel ausschließen möchte, kann eine Selbstsperre beantragen. Es gibt außerdem eine Fremdsperre. Für Online-Glücksspiel gibt es zudem eine kurzfristige 24-Stunden-Sperre, die über den jeweiligen Anbieter ausgelöst werden kann.
Die zentrale Funktion bleibt dieselbe: Befindet sich ein Spieler in der OASIS-Sperrdatei, muss der lizenzierte Anbieter die Teilnahme verweigern. Und genau deshalb ist eine funktionierende technische Verbindung für den regulierten Markt unverzichtbar.
OASIS wird weiter digitalisiert
Release 7.6 kommt in eine Phase, in der das Sperrsystem in Deutschland Schritt für Schritt digitaler wird. Bereits im Februar 2026 hatte das Regierungspräsidium Darmstadt ermöglicht, Anträge auf Fremdsperre komplett online einzureichen. Zuvor waren bereits weitere Prozesse rund um OASIS digitalisiert worden.
Für den Glücksspielmarkt ist Release 7.6 daher weniger wegen neuer Regeln interessant als wegen der weiteren Digitalisierung der Infrastruktur hinter dem Spielerschutz.
Der Fahrplan ist klar: OASIS 7.4 bleibt vorerst die produktive Version, während das Regierungspräsidium Darmstadt die Arbeiten an 7.6 für den Einsatz im Sommer 2026 vorantreibt. Anbieter sollten ihre technische Integration entsprechend prüfen. Eine neue gesetzliche Beschränkung lässt sich aus der Veröffentlichung nicht ableiten.
