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SafePal-Datenleck: Fast 40.000 Krypto-Nutzer betroffen – jetzt steigt die Phishing-Gefahr

Lindy Martens
17. August 2026 4 Min. Lesezeit

Bei SafePal sorgt ein schwerwiegendes Datenleck für Aufregung. Der Hardware-Wallet-Anbieter hat offengelegt, dass persönliche Infos von rund 39.798 Kundinnen und Kunden durch einen Fehler im Bestellverfolgungssystem erreichbar waren. Für die Betroffenen heißt das vor allem: Mit gezielten Phishing- und Betrugsversuchen muss man künftig rechnen.

SafePal-Datenleck: Fast 40.000 Krypto-Nutzer betroffen – jetzt steigt die Phishing-Gefahr

Gute Nachricht vorweg: Die eigentlichen Krypto-Wallets selbst wurden nach jetzigem Stand nicht geknackt. Seed-Phrasen, private Schlüssel und Wallet-Passwörter waren laut dem Bericht nicht betroffen. Auch Bankverbindungen, Kreditkartendaten und Ausweisdokumente sollen sicher geblieben sein.

Inhaltsverzeichnis

Welche Daten waren betroffen?

Betroffen sind vor allem Informationen, die im Zusammenhang mit Bestellungen gespeichert wurden. Dazu gehören Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Lieferadressen und Details zu den Käufen.

Der Zeitraum ist ungewöhnlich lang: Wer zwischen dem 2. März 2025 und dem 11. April 2026 bei SafePal bestellt hat, könnte betroffen sein. Der Grund war ein Autorisierungsfehler in einem Plugin für die Bestellverfolgung. Unter bestimmten Umständen konnten Unbefugte so auf Infos anderer Kunden zugreifen.

Das Problem liegt also nicht direkt in der Wallet-Technik. Trotzdem zeigt es eine Schwachstelle, die gerade für Hardware-Wallet-Nutzer brisanter wird: Kriminelle müssen nicht unbedingt an die Coins gelangen, wenn sie erst mal an relevante Besitzer-Infos gelangen.

Das Risiko wird konkret

Genau hier liegt die Brisanz des Lecks. Wer Namen, Telefonnummern, Lieferadressen und frühere Bestellungen kennt, wirkt viel glaubwürdiger als ein reiner Betrüger, wenn er angangen kommt.

SafePal warnt daher vor gezielten Kontaktversuchen. Angreifer könnten sich als Mitarbeiter ausgeben und behaupten, ein Firmware-Update sei nötig. Oder sie bieten Rückerstattungen, Ersatzgeräte oder Sicherheitschecks an.

Ziel bleibt das Gleiche: den Nutzer zur Preisgabe von Seed-Phrase, privaten Schlüsseln oder anderen Zugangsdaten zu bewegen.

Besonders perfide ist, dass die Täter oft schon echte Infos besitzen. Eine Nachricht, in der ein konkretes Wallet-Modell oder eine frühere Bestellung erwähnt wird, wirkt viel glaubwürdiger als eine generische Phishing-Mail.

Erste Betrugsversuche gemeldet

Laut SafePal gab es Anfang Mai erste Hinweise auf den möglichen Datenleck-Vorfall. Zunächst wurde der Fall als Einzelfall eingestuft. Im Juli leitete SafePal dann eine umfassendere Untersuchung der Auftragsabwicklung ein und fand die Ursache.

Parallel meldeten Nutzer bereits verdächtige Kontaktversuche. Die Absender kannten offenbar persönliche Infos und Details zu früheren Bestellungen. Das deutet darauf hin, dass die geleakten Daten schon für Social-Engineering genutzt wurden. Ob Kunden dadurch tatsächlich Kryptowährungen verloren haben, war bislang unklar.

SafePal hat laut eigener Aussage inzwischen mehr als 30 betrügerische Webseiten und Phishing-Links identifiziert und deren Entfernung veranlasst. Die Sicherheitslücke wurde geschlossen und zusätzliche Schutzmaßnahmen wurden umgesetzt.

Künftige Datenspeicherung reduzieren

Als Reaktion plant SafePal, die Speicherung persönlicher Kundendaten im Bestellsystem deutlich zu verringern. Zukünftig sollen Informationen dort nur noch 90 Tage aufbewahrt werden.

Damit geht der Wallet-Anbieter ein Thema an, das über den konkreten Software-Fehler hinausgeht. Je länger persönliche Daten gespeichert werden, desto größer das Risiko bei einem Sicherheitsvorfall.

Der Fall zeigt eine paradoxe Situation: Hardware-Wallets gelten als sicher, weil Seed-Phrases und private Schlüssel nicht einfach online zu finden sind. Doch selbst wenn die Coins geschützt bleiben, können geleakte Infos einen Nutzer Ziel eines deutlich gezielteren Angriffs machen.

Zweites Wallet-Datenleck binnen weniger Tage

Der Vorfall fällt zeitlich ins gleiche Muster wie vor Kurzem beim Hardware-Wallet-Hersteller Trezor, wo fast 14.000 Kundinnen und Kunden betroffen waren.

Druck auf Anbieter steigt also: Sie müssen nicht nur Wallet-Software und Geräte schützen, sondern auch die Infrastruktur rund um Bestellungen und Support.

Für SafePal-Nutzer gilt derzeit eine einfache, aber wichtige Regel: Seed-Phrase und private Schlüssel niemals an Dritte weitergeben – auch nicht, wenn eine Nachricht angeblich vom SafePal-Support kommt.

Ein echtes Support-Team braucht die Seed-Phrase nicht. Wer plötzlich eine Meldung über ein Sicherheitsproblem, ein Firmware-Update oder ein Ersatzgerät erhält, sollte besonders misstrauisch bleiben.

Denn auch wenn die Coins aktuell nicht direkt gefährdet scheinen, könnten die geleakten Infos der Schlüssel zu späterem Wallet-Zugriff werden.

Lindy Martens

Lindy Martens is a Crypto and iGaming writer with over 3 years experience covering digital assets, blockchain and the wider Web3 industry. Focuses on making complex topics and market trends…